Zum Inhalt springen

Journal

Weniger Teile.

Was jedes zusätzliche Bauteil in Fertigung und Montage kostet und wann ein Teil eigenständig bleiben muss.

Gefertigte Einzelteile auf heller Fläche: Anthrazitplatte mit Bohrungen, Stahlzylinder, Stahlstift, Distanzring aus Aluminium und Messingbuchse

Jedes Bauteil hat eine Maßtoleranz und mindestens eine Verbindung zu einem anderen Teil. Jede Verbindung kann sich lösen, verschieben oder abnutzen. Ein Produkt mit weniger Teilen hat deshalb weniger Stellen, an denen es versagen kann.

Was ein Teil kostet

Ein zusätzliches Teil braucht in der Fertigung ein eigenes Werkzeug oder einen eigenen Arbeitsgang. Es muss gelagert, geprüft und montiert werden. Jeder Montageschritt ist eine mögliche Fehlerquelle.

Sichtbar wird ein Teil als Fuge. Wo zwei Teile aneinanderstoßen, entsteht eine Kante, an der sich Staub sammelt und Feuchtigkeit eindringen kann. Eine durchgehende Fläche hat diese Kante nicht.

Wann ein Teil eigenständig bleibt

Die Methode Design for Assembly nach Boothroyd und Dewhurst prüft jedes Teil der Stückliste mit drei Fragen. Ein Teil bleibt eigenständig, wenn mindestens eine Antwort Ja lautet:

  1. Bewegt es sich gegenüber den angrenzenden Teilen?
  2. Muss es aus einem anderen Werkstoff bestehen, etwa als Dichtung, Lager oder Isolator?
  3. Muss es getrennt bleiben, damit sich andere Teile montieren oder ausbauen lassen?

Lautet jede Antwort Nein, lässt sich das Teil mit einem Nachbarteil zusammenfassen.

Verschleißteile

Die dritte Frage betrifft auch Teile, die sich abnutzen. Wird ein Verschleißteil mit einem tragenden Teil zu einem Bauteil vereint, muss bei Verschleiß das ganze Bauteil ersetzt werden. Eine kürzere Stückliste ist nur dann ein Vorteil, wenn der Austausch einzelner Teile möglich bleibt.

Weitere Artikel

Alle Artikel